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1981: Der Putschversuch von 1981 in Spanien


Putschversuch in Spanien jährt sich zum 25. Mal



Spaniens bedeutendster Putschversuch der jüngeren Geschichte jährt sich heute (23.02.2006) zum 25. Mal. Damals wollte eine Gruppe von Verschwörern die junge spanische Demokratie auf der iberischen Halbinsel stürzen. Jedoch scheiterten die Putschisten an der verfassungstreuen und energischen Einstellung des Königs Juan Carlos I.
Dem Putschversuch vorausgegangen waren monatelange Unmutsäußerungen hochrangiger Militärs sowie der Verdruss über die neue Demokratie im Lande (Diktatur Francos 1939-1975). Bereits im Juli 1980 plante eine Gruppe von Offizieren und Franco-Anhängern in einer Bar in Madrid den Angriff auf die Regierung.

Und so kam es, dass fünf Jahre und drei Monate nach dem Tod des Diktators und der damit verbunden Wiederkehr der Demokratie der Putschversuch mit dem Worten Todo el mundo al suelo (Alle auf den Boden) begann. Der Anführer und Oberstleutnant Antonio Tejero Molina stürmte mit 200 Gefolgsleuten am 23. Februar 1981 um 18:23 Uhr den Plenarsaal in Madrid. Dort sollte gerade der neue Regierungschef Leopoldo Calvo Sotelo gewählt werden.
Zuvor hatten die Putschisten ebenfalls das spanische Parlament unter ihre Kontrolle gebracht. Tejero nahm alle Abgeordneten im Plenarsaal sowie die gesamte spanische Regierung als Geisel.

Der ebenfalls demokratiefeindliche General Jaime Milans del Bosch ließ zeitgleich Panzertruppen in Valencia auffahren und erklärte in der Hafenstadt den Ausnahmezustand.
Tejero war schon vor dem besagten Datum wegen seiner antidemokratischen Gesinnung auffällig geworden.

Die Verschwörer hatten allerdings nicht mit dem energischen Willen des spanischen Monarchen Juan Carlos I. gerechnet. Dieser bezeugte in Telefonaten sowie in einem Telegramm an die Armee-Generäle immer wieder, dass er weder freiwillig abdanken noch gehen werde. Weiterhin gab es eine nächtliche Ansprache des Königs an das Volk. Dieses Verfassungsbekenntnis zur Demokratie in Spanien und die Einsicht Tejeros, dass der Putsch fehlgeschlagen war, brachte die Putschisten zum Aufgeben und zur widerstandslosen Inhaftierung.
    
Die eindringliche Stellungnahme des Monarchens brachte ihm selbst die Akzeptanz bei den Spaniern, die Juan Carlos I. 1975 als Nachfolger Francos abgelehnt hatten. Außerdem verdrängte der König damit endgültig die Gefahr der Francistischen Restauration.

Insgesamt wurden nach dem Putsch, der in die spanische Geschichte unter dem Namen 23-F eingegangen ist, 30 Mitwirkende verhaftet und zu Gefängnisstrafen bis zu 30 Jahren verurteilt. Im Dezember 1996 wurde der wegen Rädelsführerschaft verurteilte Tejero allerdings bereits nach 14 Jahren als letzter der Putschisten aus dem Gefängnis entlassen. Der 73-Jährige lebt heute in einem Dorf in der Nähe Málagas und züchtet Avocados.

Bis heute sind immer noch etliche Fragen über die Involvierten des Putsches unklar. Beispielsweise sehen einige Historiker den damaligen spanischen Geheimdienst Cesid als ursprünglichen Drahtzieher. Andere bezeichnen die Vorkommnisse als einen zivilen Komplott der spanischen Rechten. Unzählige Bücher und Veröffentlichungen beschäftigen sich aktuell zum 25. Jahrestag des Putschversuches mit Mutmaßungen und Hintergründen.



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