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Regionen in Spanien
Kastilien-La Mancha, eine Region in Spanien
Städte und Dörfer in Kastilien - La Mancha
Albacete: Geschichte, Gastronomie, Kunsthandwerk

Albacete ist die Hauptstadt der autonomen Region Kastilien-La Mancha. Mit seinen 156.000 Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste Stadt der gesamten Region. Sie liegt im Flachland von La Mancha ungefähr 200 km südöstlich von Madrid. Bereits der Ursprung des Namens der Stadt deutet auf deren Lage hin, er leitet sich vom arabischen Al Basit ab und bedeutet die Ebene.
In Albacete herrscht ein kontinentales, trockenes Klima mit ausgeprägten Extremen. Die Winter sind kalt und die Sommer sehr heiß.
Wenn man durch die Stadt spaziert, fallen vor allem die schön angelegten Boulevarde, Alleen und die zahlreichen Gärten auf. Viele städtische Grünzonen verschönern das Stadtbild.
Albacete ist eine moderne und funktionelle Stadt, die vor allem wegen der traditionellen Messerherstellung und seiner Rennstrecke, auf welcher jährlich Motorradlangstreckenrennen stattfinden, bekannt ist. Weiterhin ist Albacete die Heimat der spanischen Fußballmannschaft Albacete Balompié, die in der Saison 2004/05 in der Primera División spielte, dann aber abstieg.

Im Gegensatz zu anderen Ortschaften in der Provinz Albacete, die bereits unter muslimischer Herrschaft beachtliche Wichtigkeit erreicht hatten, gibt es über die heutige Provinzhauptstadt bis zum 19. Jahrhundert kaum Aufzeichnungen.
Aufgrund einiger Keramikfunde konnte man feststellen, dass Al-Basit muslimischen Ursprungs ist und dass die Stadt anfänglich ein kleiner Bauernhof sehr nahe bei Chinchilla war, der Stadt, der Albacete fast während des gesamten Mittelalters unterworfen war.
Bei der Schlacht um die Ebenen von Tolosa im Jahre 1212 durchbrachen die christlichen Könige die Abwehr der Almohaden und eroberten nach und nach auch die wenig besiedelten Gebiete von La Mancha. Das kleine Al-Basit wurde 1241 eingenommen und fiel von da an unter die Herrschaft der mächtigen Gemeinde von Alarcón (Cuenca).
Anschließend initiierte Herr von Villena ein Projekt der Bevölkerung. Im Jahre 1380 löste sich daraufhin Albacete von der Vorherrschaft von Chinchilla und schloss sich der Gemeinde von Villa an.
Das Ende dieser Zugehörigkeit begann 1475 mit dem Aufstand von Alcazar. Während der nächsten fünf Jahre waren die Gebiete um Albacete der Schauplatz eines kriegerischen Konflikts zwischen den Anhängern von Isabel und Fernando de Castilla und denen von Juana la Beltraneja. Die Katholischen Könige gewannen den Kampf und eigneten sich alle Dörfer der Region an, die daraufhin ihre Eigenständigkeit verloren.
Die historischen Ereignisse der folgenden Jahrhunderte, die das gesamte Königreich erschütterten, beeinträchtigten Albacete auf verschiedene Weisen. Während des Krieges der autonomen Regionen, blieb die heutige Hauptstadt, unabhängig von den anderen Dörfern der Region, der Monarchie treu.
Während des Unabhängigkeitskrieges suchten die Regierenden der Provinz Zuflucht in den Gebirgsketten um Albacete, um von dort aus die Abwehr der franzosischen Streitkräfte zu koordinieren.
Im Jahre 1833 formte man die noch bis heute andauernde Gestalt der Provinz von Albacete und das gleichnamige Dorf wurde Hauptstadt. Trotz der hohen Bedeutung wurde Albacete erst 1862 durch einen Erlass von Isabel II der Stadtrang zugesprochen.
In der Provinz von Albacete gibt es viele Dörfer mit einer langen Handwerkstradition und einer großen Vielfalt von unterschiedlichsten Produkten. Von den berühmten Bronzefiguren von Riópar über die Keramik von Chinchilla oder La Roda, die Teppiche von Lezuza, die Arbeiten mit spanischem Pfriemgras (Gras mit dem Flaschen umflochten werden) von Hellín bis hin zur Weinflaschenproduktion.
Aber die Stadt Albacete ist vor allem wegen seiner jahrhundertealten traditionellen Messerherstellung bekannt geworden. Diese Kunst ist ein muslimisches Erbe, welches einen Aufschwung erlebte, der bis heute bewahrt geblieben ist. Trotz der Modernisierung gibt es noch immer viele Werkstätten, in denen die dieses Kunsthandwerk beruflich betrieben wird. Diese stellen Taschenmesser, Messer und Scheren in den verschiedensten Formen und Größen, mit den unterschiedlichsten Verzierungen her.

Die Küche aus Albacete ist wie überall in Kastilien-La Mancha vielfältig, umfangreich und natürlich schmackhaft. Die Zubereitung ist meist etwas umfangreicher, die Zutaten stammen aus der Region und werden auf traditionelle Weise zubereitet und häufig zu öffentlichen Festen.
Besonders beliebt sind beispielsweise die Gazpacho manchego, eine Tomatentunke, Geschmortes vom Wild, frittierter Käse und Fleischsalat. Zu jedem Essen wird natürlich der passende Wein serviert.
Man darf nicht vergessen die besonderen Konditoreiwaren zu erwähnen. Beispiele dafür sind die köstlichen Baisers, die Milchbrötchen aus Apfelmost, unterschiedliche Cremespeisen und Pfannkuchen mit Honig.
Ein typisches Getränk der Region ist Cuerva, es wird aus Wasser, Zucker, Zitrone und Wein hergestellt.
Anne Ruitz
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