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Region Valencia
Städte an der Costa Blanca
Alicante
Heiliger Johannes! Den Alicantinos wird ja so manches nachgesagt: ein Hang zu einer locker-lästernden Zunge, zu Ironie, zu beißendem Spott und Spaß an pompöser Sinnesfreude beispielsweise. Wer das in Zweifel zieht, sollte sich Ende Juni nach Alicante begeben, wenn sich die Provinzhauptstadt fast eine Woche lang von der Normalität verabschiedet, um sich dem Fest zu Ehren des heiligen Johannes hinzugeben. Was den Valencianos die spektakulären Fallas im März sind, sind den Alicantinos die nicht weniger aufsehenerregenden Hoegeras de San Juan im Juni.
Seit 1928 beharren die Bewohner Alicantes alljährlich auf diese von Ausgelassenheit, Geselligkeit und ungezügelter Phantasie erfüllten Tage: die prunkvolle und prächtige Würdigung der Sonnenwende, dem Beginns des Sommers. Da werden die traditionellen Trachten angelegt, erfüllen Böller und Raketen in einem farbenprächtiges Feuerwerk die Nacht. In den gigantischen Skulpturen aus Pappmaché offenbart sich die kühne Phantasie und der Humor der Alicantinos. Politiker, die Bonzen der Region, die Schinder des Volkes, die Helden, Idole und skurrile Geschöpfe der alicantinischen Einbildungskraft - so kunstvoll sie auch geformt sind, am Ende, in der Johannisnacht, brennen sie unter dem Jubel der Menge lichterloh. Gewiss, auch in Benidorm, Játiva und anderswo feiert man die Hogueras de San Juan mit einigem Aufwand und nicht wenigen Schaulustigen. Aber die Johannisnacht von Alicante ist die Prächtigste.
Am Hang des Benacantil wurde die erste Siedlung im Gebiet des heutigen Alicantes angelegt. Dort waren die Siedler nahe am Meer, aber dennoch geschützt in den Bergen. Obwohl man keine Ruinen gefunden hat, sind sich Historiker sicher, dass die Iberianer den Berg in irgendeiner Form befestigt und bebaut hatten.
Später wurde in Benalua die römische Siedlung Lucentum gebaut. Sie ist der Vorgänger von Alicante. Mit der Ankunft der Mauren wurde eine Stadt unter dem Schutz der Burg errichtet. Alfonso der Weise eroberte sie 1246 für die Castilianische Krone. 1308 holt Jaime III Alicante ins Königreich Valencia. 1490 gewährte Ferdinand das Stadtrecht.
100 Jahre später war Alicante der Haupthafen Castiliens und betrieb regen Handel über das Meer. Die Wirtschaft blühte auf, die Bevölkerung wuchs und wuchs. Bald schon hatte sich Alicante zum drittgrößten Handelshafen Spaniens entwickelt. In Kriegszeiten wurde Alicante oft vom Meer aus angegriffen. Erst im 18. Jahrhundert hatte die Stadt die Möglichkeit, sich von den Angriffen zu erholen. Ab dem 19. Jahrhundert begann der erneute Wachstum. Durch die Errichtung eines Eisenbahnnetzes ab 1858 war Alicante besser zu erreichen und bot damit der Urlaubsindustrie einen neuen Anlaufplatz.