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Spanische Schrifsteller - Spanische Autoren
Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes
Die digitalen Medien halten in immer weitere Bereiche unseres Lebens Einzug. So kann man bereits seit einigen Jahren bequem vom heimischen Computer aus auf Literatur zugreifen. Die Möglichkeit dazu bieten Online-Bibliotheken. Die weltweit größte dieser Art in spanischer Sprache ist die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes, die seit nunmehr sechs Jahren besteht.
In dieser virtuellen Bibliothek sind etwa 15.000 Werke in voll digitalisierter Form erfasst, die kostenlos zugänglich sind. Inzwischen werden bereits 8,2 Millionen Zugriffe pro Monat registriert. Der Katalog der Bibliothek kann unter www.cervantesvirtual.com aufgerufen werden und enthält literarische, essayistische und wissenschaftliche Texte von nahezu allen namhaften Autoren Spaniens und Lateinamerikas.
Besonders häufig ist darunter Literatur von Autoren zu finden, die seit mehr als 80 Jahren tot sind, denn nach dieser Zeit erlischt das Urheberrecht. Immerhin ein Fünftel der in der virtuellen Bibliothek zur Verfügung stehenden Literatur stammt von aktuellen Autoren, deren Verlage ihr Einverständnis gegeben haben. Darüber hinaus können im Bereich Primera Vista aktuelle Veröffentlichungen von 70 Verlagen auszugsweise gelesen werden. Als zusätzliches Angebot kommen auch Hörbuchinteressierte in der virtuellen Bibliothek auf ihre Kosten, sie können auf mehr als 700 Audio-Dateien zugreifen. Außerdem sind von Theaterstücken teilweise sogar Video-Aufnahmen einiger Aufführungen verfügbar.
Das Angebot der Online-Bibliothek umfasst zusätzlich Portale zu einzelnen Autoren, die von Spezialisten (zumeist Universitätsprofessoren) betreut werden. Darunter sind sowohl klassische Schriftsteller wie beispielsweise Miguel de Cervantes oder Félix de Lope Vega als auch zeitgenössische wie Pablo Neruda oder Rubén Darío zu finden, zu denen jeweils Originaltexte, biografische Informationen, Presseartikel, Sekundärliteratur oder weiterführende Links angegeben sind. Außerdem haben einige Nationalbibliotheken ihre eigenen Portale in die virtuelle Bibliothek integriert, so beispielsweise auch die Biblioteca Nacional de Argentina.
Die Idee zu dieser virtuellen Einrichtung entstand an der Universität Alicante, hier arbeitet auch der Leiter der Bibliothek, Professor Juan Manuel Abascal. Die Trägerschaft hat eine Madrider Stiftung unter dem Vorsitz des in Peru geborenen Schriftstellers Mario Vargas Llosa übernommen. Neben der Universität Alicante unterstützen auch die spanische Regierung, das Instituto Cervantes und mehrere Wirtschaftskonzerne das Projekt. Die Eingabe und die Verwaltung der Texte erfolgt in Alicante in der universitätseigenen Firma Taller Digital, in der ca. 80 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Ein wichtiges Zielgebiet für das Angebot der Online-Bibliothek ist der amerikanische Kontinent. Beinahe ein Viertel der Zugriffe erfolgt allein aus den Vereinigten Staaten. Das ist leicht zu erklären, denn in den USA leben ca. 40 Millionen spanischsprachige Einwanderer. Auch in den lateinamerikanischen Ländern ist das Interesse groß - unter anderem aus dem Grund, dass hier der Zugang zu konventionellen Bibliotheken meist nicht ganz einfach ist.
Weltweit gibt es nur zwei vergleichbare Projekte, die größer sind als die Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes. Das sind zum einen die französische Online-Bibliothek Gallica und zum anderen das US-amerikanische Project Gutenberg.
Auch für die Zukunft haben die Verantwortlichen der Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes großes vor. Sie wollen ihre virtuelle Bibliothek in das geplante Megaprojekt einer europäischen Internet- Bibliothek integrieren.
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