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Kunst und Kultur
Architektur in Spanien - Spanien und seine Stilepochen
Die Gotik: Bildhauerei, Malerei, Baukunst im 13. Jh.
Abgesehen von Navarra dringt die Gotik nur langsam nach Spanien vor. Im 13. Jahrhundert treten die ersten wirklich gotischen Bauten auf. Die Bischöfe einiger Städte Kastiliens lassen zur Errichtung ihrer Kathedralen Künstler und Baumeister aus dem Ausland kommen. In Valencia, Katalonien und auf den Balearen entsteht als neuer Kirchentyp die Hallenkirche, die nur ein einziges Kirchenschiff oder mehrere Schiffe gleicher Höhe aufweist. Sie ist entweder mit einem Kreuzgewölbe oder einer auf Transvalbogen ruhenden Holzdecke abgeschlossen. Schmucklose Wände umgeben den grossen, einheitlichen Kirchenraum, der vor allem durch seine Klarheit und Weite so ausserordentlich harmonisch wirkt.
Die Profanbauten folgen den gleichen Prinzipien und erreichen besonders in Gestalt der Handelsbörsen eine ausserordentliche Perfektion und Harmonie der Raumverhältnisse.
Im 14. und 15. Jahrhundert entstand unter dem Einfluss deutscher und flämischer Künstler im Königreich Kastilien ein der Hochgotik sehr ähnlicher Stil. Dieser entwickelte zwei Varianten, einerseits den schmuckreichen Isabell-Stil und andererseits einen auf das Wesentliche beschränkten monumentalen gotischen Stil, der sich bis ins späte 16. Jahrhundert hinein im Kirchenbau erhielt.
Sie entfaltet sich auf Flügelaltären und Aufsätzen, die bis zu 15 m Höhe erreichen konnten. Traditionsgemäss malt man auf Goldgrund. Die ältesten Gemälde weisen auf italienischen, französischen und flämischen Einfluss hin. Sie zeigen jedoch oft auch einen ausdrucksstarken Naturalismus und die Freude am pikanten Detail, beides typisch für die spanische Malerei.
Katalonien und das Königreich Aragonien sind besonders kreative Kunstzentren.
Wie die Architektur folgt auch die Bildhauerkunst der Tendenz zur Verfeinerung. Die Reliefs sind stärker ausgearbeitet als in der Romanik. Die Haltung der Dargestellten wird natürlicher, die Details genauer. Mit dem fortschreitenden 15. Jahrhundert vermehren sich die dekorativen Details. Die Gesichter erhalten mehr Ausdruckskraft, so dass die Liegefiguren der Gräber wirkliche Abbilder der Verstorbenen sind. Zu dieser Zeit ist es üblich, Figuren unter Baldachinen darzustellen und die Türen, Kapitelle und Gesimse mit feinen Blattfriesen zu umgeben. Während im 13. und 14. Jahrhundert Französischer, im 15. Jahrhundert Flämischer Einfluss die spanische Bildhauerei prägten, findet diese im Isabell-Stil einen ganz eigenen, typischen Ausdruck.
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