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Kunst und Kultur
Maler in Spanien: Spanische Malerei und spanische Maler
Francisco Goya

Nach dem Besuch einiger Schulen kam Goya 1760 in die Lehre zu Jose Luzan und blieb dort etwa vier Jahre. Anschließend ging er nach Madrid und studierte Bayeu, Mengs, und Tiepolo.
1770 unternahm er eine Reise nach Italien, wo er die Technik der Freskenmalerei erlernte.
1771 nach Zaragoza zurückgekehrt, erhielt er dort mehrere Aufträge, begab sich aber schon bald nach Madrid. Dort heiratete er am 1.3.1775 Josefa Bayeu, die Schwester des Malers, der zu der Zeit bei Mengs angestellt war.
Durch den Einfluss seines Schwagers kam Goya 1776 an die königliche Teppichmanufaktur, um Kartons für Wandteppiche zu entwerfen. Die Bilder zeigen volkstümliche Szenen, Spiele, Jagdpartien und anderes. Damit begann für Goya der künstlerische Aufstieg.
1780 wurde er Mitglied der Königlichen Akademie. Ab 1783 begann er, Porträts für den Hof und den Adel zu malen. Als er 1786 zum Maler des Königs ernannt wurde, begann für ihn ein glanzvolles, sorgenloses Leben, das jedoch nach sechs Jahren eine jähe Unterbrechung fand. Ein schwerer Schlaganfall 1792 in Sevilla hatte die völlige Taubheit des Künstlers zur Folge. Der Verlust des Hörvermögens schärfte aber um so mehr seine Beobachtungsgabe und seinen kritischen Blick. Nach seiner Genesung kehrte er an den Hof zurück, wo er zahlreiche Bildnisse schuf. 1798 arbeitete Goya im Auftrag des Königs an der Ausmalung der Capilla de San Antonio de la Florida in Madrid. Ein Jahr später entstanden die Radierungen Caprichos.
Im selben Jahr wurde Goya Hofmaler und schuf Portraits von der königlichen Familie. Der Einzug Napoleons und die Standeskämpfe fanden in den Desastres de la Guerra, die die Grausamkeit Unmenschlichkeiten dieses Krieges darstellten, ihren Ausdruck. 1814 malte Goya die Erschießung der Ständischen am 3.Mai 1808 in Madrid. Nach weitere Portraits schuf er um 1820 ein großes Werk mit den Wandgemälden für sein Landhaus Quinta del Sordo. Da er sich der liberalen Bewegung in Spanien angeschlossen hatte, musste Goya bald emigrieren und ging 1824 nach Bordeaux.
Goyas Schaffen ist in seinen Gemälden für die Teppichmanufaktur noch stark der Rokokomalerei verpflichtet. Seine hellen aber kräftigen Farben verraten den Venezianer, zum Beispiel in Der Sonnenschirm von 1777. Auch in den dann folgenden Porträts ist der Stil des Rokokobildnissees zu spüren. Regungslos und versunken treten die Personen dem Betrachter gegenüber. In dieser Zeit malte Goya Familie des Herzogs von Cosu. Die Zeit nach seiner Krankheit war die Periode, in der Goya häufig einen silbergrauen Ton in seine Gemälde brachte.
Es entstanden Bildnisse wie das der Marquesa de la Solana um 1794, aber auch Darstellungen aus dem Alltagsleben, die jedoch eine seltsame Starre und Düsterkeit aufweisen, etwa bei der Karnevalsszene von 1793. Narrheit und Dämonie werden häufige Themen. Goyas 1799 entstandene Capriechos zeigen in schonungsloser Weise die menschlichen Laster und Fehltritte. Neben diesen kritischen Werken schuf er weiterhin Portraits der königlichen Familie, darunter Die Familie Karls IV., bei dem der Kontrast von äußerlichem Glanz und innerer Stumpfheit und Dekadenz deutlich zutage tritt.
In dieser Zeit entstanden auch die zwei Gemälde Nackte Maja und Bekleidete Maja. Mit seinen Desastres de la Guerra und den schwarzen Malereien, wie zum Beispiel Saturm verschlingt einen seiner Söhne&, steht Goya auf dem Höhepunkt seiner kritischen, mit unbarmherziger Offenheit ausgeführten Darstellungsweise. Blau, Grün und Braun sind die bevorzugten Farben. Doch stets arbeitete er gleichzeitig an offiziellen Gemälden für den Hof.
In seiner letzten Schaffensperiode hellen sich die Farben nochmals auf. Mit seinen zarten Farbtönen macht sich Goya bereits zum Vorläufer des Impressionismuses. Ein Werk aus dieser Zeit ist Das Milchmädchen von Bordeaux. Goyas Malerei, die trotz vieler Einflüsse ihren eigenen Charakter bewahrte, fand ihre Fortsetzung in Malern wie Manet, Edvard Munch, James Ensor sowie über Picasso bis zu den Surrealisten.
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