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Kunst und Kultur
Maler in Spanien: Spanische Malerei und spanische Maler
Joan Miró
Joan Miró zählt zu den bekanntesten Vertretern der Surrealisten des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder sind geprägt von einer starken Farblichkeit, die vielfach Elemente der abstrakten Malerei aufweisen.
Joan Miró wurde am 20. April 1893 als Sohn eines Goldschmiedes und Uhrmachers in Barcelona geboren.
Joan Miró verlebte seine Kinderjahre in Barcelona. Bereits in dieser Zeit wurde er im Zeichnen unterrichtet. Er besuchte ab 1907 die Handelsschule und später die Kunstakademie La Lonja in Barcelona. Danach setzte er seine Kunststudien an der Escola d`Art des Francisco Gali fort.
Seine erste Einzelausstellung fand 1918 in der Galerie Dalmau statt. In seinen frühen Arbeiten befasste sich der Künstler mit Stillleben wie zum Beispiel Nord-Sud (1917) und Porträts und Landschaften. In dem Gemälde Nu debout von 1921 werden verschiedene Anregungen aus dem Kubismus und dem Detailrealismus der neuen Sachlichkeit bemerkbar. Im Jahr darauf reiste er nach Paris, wo er Pablo Picasso kennen lernte.
Eine Ausstellung dort brachte ihm keinen Erfolg. 1923 begegnete er den Künstlern der Surrealisten um André Breton, den beiden Schriftstellern Henry Miller und Ernest Hemingway. Joan Miró schloss sich den Surrealisten an und stellte auf ihren Ausstellungen aus.
In seiner Pariser Zeit um die Mitte der 20er Jahre fand ein grundsätzliches Wechsel in der künstlerischen Ausdruckskraft des Malers statt, nicht nur aufgrund von Bezügen zum Surrealismus, sondern auch zum Dadaismus. Die Malkunst der Gegenständlichkeit trat zurück zu Gunsten von mehr Farbe, Linien, Symbolen und Zeichen. So zeugt Mirós Werk Danseuse II (1925) von seiner neuen Formsprache, mit denen er seine Traumbilder schuf.
1928 präsentierte er seine Werke in der Pariser Galerie Georges Bernheim. Diese Ausstellung machte ihn als Maler bekannt. In seinem Frühwerk ließ er sich leiten von der katalanische Traditionsmalerei, der Volkskunst, den Werken von Vincent van Gogh, Paul Cezanne und Henri Matisse. Im folgenden Jahr, 1929, heiratete er Pilar Juncosa, zwei Jahre später kam seine Tochter Maria Dolores zur Welt.
Während seiner Zeit in Barcelona stellte Joan Miró seine Werke nicht nur dort aus, sondern auch in den USA. Miró gehört zu den unruhigen Malern, was die ständige Suche nach einer individuellen Bildersprache angeht. Andauernd reflektierte er sein Kunstschaffen und suchte besonders in den 30er Jahren einen Ausgleich zwischen dem figürlichen und abstrakten Kunststil, dessen breites Spektrum ihn berührte, und das er als Spannungsfeld empfand.
Zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges 1936 siedelte der Künstler nach Paris über. Als die Deutschen während des Zweiten Weltkrieges 1940 in Frankreich einmarschierten, zog er sich auf Mallorca zurück, lebte zeitweise in Montroig oder in Barcelona. Miros Werke waren in dieser Zeit auf zahlreichen Ausstellungen präsent und wurden vielfach ausgezeichnet.
In den Jahren 1940 und 1941 entstand die Bildfolge Constellations, für die Gestaltungselemente wie Flecken, Linien und Farbflächen charakteristisch sind, zugleich aber auch Figurationen. Auffallend dazu die Komposition von Schwarz, Grün, Gelb, Blau und Rot. Zu dieser Bildersprache zählen außerdem Mirós Arbeiten Femmes dans la nuit (1946) und Femme, lune, étoile (1949). Von ihnen holte sich Jackson Pollock Anregungen.
1956 siedelte er zurück nach Mallorca. Seine in den 40er und 50er Jahren entstandenen Werke begründeten seinen Weltruhm. Sie zeichnen sich aus durch eine heitere und skurille Kunstsprache.
Zur künstlerischen Spätphase zählen unter anderem die Skulpturen Femme (1967) und Le roi guerrier (1981-83).
Joan Miró ist einer der populärsten Vertreter des Surrealismus im 20. Jahrhundert. Seine Bilder wirken durch ihre starke Farbgebung und ihre Orientierung am abstrakten Stil. Neben Gemälden fertige der vielseitige Künstler auch Skulpturen, Plastiken, Keramikarbeiten, überlebensgroße Theaterpuppen und Druckgrafiken an.
Das Monumentalwerk der zehn mal 55 Meter großen Fassade des Wilhelm-Haack-Museums in Ludwigshafen ist Mirós Kunstwerk mit den größten Ausmaßen.
Joan Miró starb am 25. Dezember 1983 auf Mallorca.
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