Sie sind hier: Home
Kunst & Kultur
Maler in Spanien A-Z
D
Òscar Domínguez
![]() |
Der Künstler Óscar Domínguez wurde 1906 in La Laguna auf Teneriffa geboren. Er gilt als bedeutender surrealistischer Maler und Experimentator und gehört zu Spaniens internationalen Avantgarde-Künstlern. Durch seine Vielseitigkeit und seinen Facettenreichtum gehörte Domínguez zur Front der surrealistischen Maler. Seine ersten surrealistischen Gemälde zeigen die Transformation vertrauter Alltagsgegenstände in verfremdete Phantasiegebilde.
Zum Ende der 1920er Jahre begann er mit seiner Einbindung von Paris, der Stadt, in der er sich dauerhaft etablierte. Seine einnehmende Persönlichkeit hob ihn von Beginn an von anderen Surrealisten ab. Es ist bekannt, dass Domínguez enge Beziehungen zu den surrealistischen Dichtern der Pariser Bewegung wie André Bretón, Georges Hugnet und Jacques Herold hatte.
Zudem nahm Domínguez zusammen mit Eduardo Westerdah eine wichtige Rolle bei der Einführung der Avantgarde auf den Kanarischen Inseln ein. Das auffälligste Beispiel dafür ist die Surrealismus-Ausstellung in Atenei in Santa Cruz auf Teneriffa im Jahr 1935.
Als eine Konsequenz der deutschen Besetzung von Paris etablierte sich Domínguez in Marseilles, wo er durch das Magazin La Main á Plume an der surrealistischen Untergrundbewegung teilhatte. 1936 erfand Domínguez die Décalcomanie, ein Abklatschverfahren in der Technik der Monotypie, bei der sich aus Tinten- und Farbtropfen imaginäre Landschaften entwickeln.
Mitte der 1940er Jahre, nach seiner Trennung von der Bréton-Gruppe, entwickelte er eine enge Freundschaft zu Picasso. Domínguez kommt in seine kosmische Periode: Er gestaltet Visionen von Felsen- und Vulkanlandschaften. Picasso, aber auch Dalí, beeinflussen sein Werk thematisch und formal nachhaltig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt eine graphische Änderung hinzu, die an Paul Klee erinnert. Von der surrealistischen Nachkriegsbewegung isoliert und künstlerisch stagnierend begeht Domínguez 1957 in Paris Selbstmord.