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Outdoor - und Funsport in Spanien
Reiten in Spanien

Wie kein anderes Land hat Spanien eine reiterliche Tradition, die weit über das Mittelalter zurückreicht. Diese Geschichte wird heute genauso wie damals ausgelebt. Ganz besonders in Andalusien, dem Herzstück der spanischen Reitkunst. Bei Festen werden die Pferde in ihrer ganzen Schönheit gezeigt. Ein Reiter auf einem Pferd vermittelt in Spanien immer das Gefühl des Stolzes und der herrschaftlicher Größe.
Wer an Reiten in Spanien denkt, hat immer das Bild des stolzen Reiters auf einem feurigem Hengst vor sich. Das Freizeitreiten gewinnt auch in Spanien immer mehr an Beliebtheit. Stundenlange Ausritte an Stränden oder quer durch bizarre Landschaften, stille, üppige grüne Wälder oder Wiesen sind hier im Land der Pferde möglich.
Spanien bietet ein tolles und abwechslungsreiches Reitgebiet in verschiedenen Regionen: von den Gebirgen der nordischen Pyrenäen über die fast unberührt gebliebenen Naturparks der Extremadura bis nach Andalusien. All diese Regionen kann der Pferdefreund in Anspruch nehmen.
Der Ursprung ist im 17. Jahrhundert in Andalusien, damals eingesetzt als Arbeitsreitweise der Hirten. In einigen Teilen Spaniens bewacht und arbeitet der berittene Hirte heute noch seine Herde wie damals. Aus dieser Reitweise resultiert die Turnier- und Showform. Wer einmal einen spanischen Reiter mit einer etwa drei Meter langen Holzstange, der Garrocha, in seiner ganzen Harmonie gesehen hat, kann sich nun den Ursprung hierfür erklären. Die Hirten trennten damals einzelne Rinder von der Herde, um ihre Angriffsbereitschaft zu prüfen. Die Garrocha trägt der Reiter in der rechten Hand. Das ist auch der Grund, weshalb die spanischen Reiter immer ihre linke Hand auf dem Oberschenkel haben. Sie üben so die Vaquero-Reitweise aus, ohne dabei eine Garrocha zu nützen. Die Hilfen beschränken sie bei diesem Stil in erster Linie auf Schenkelhilfen, Gewichtsverlagerung und Sporen.
Trab, Galopp, versammelte Gänge, Rückwärtsreiten Traversalen, Piruetten und Galoppwechsel, Rückwärtsrichten sind einige Punkte der spanischen Doma Vaquera. Diese Reitweise wurde zum Vorbild für die Kalifornische und Westernreitweise, wie auch die amerikanische Quarterhorses von den Pferden der spanischen und portugiesischen Pferde der Lonquistadores abstammen.
Dies ist wohl die umstrittenste Reitweise in Spanien.
Das reiterliche Können ist auch hier ein Perfektionismus, der von Reiter und Pferd erfüllt werden muss. Freihändiges reiten des Rejoneador mit Bandarillas, die im Galopp gleichzeitig an den Stier zu setzen sind. Reiter und Pferd müssen eine langjährige Grundausbildung durchgehen. Showeinlagen mit Piaffe über Passage gehören zu dieser umstrittenen aber doch wertvollen Darbietung dazu.
Die Ausbildung beginnt mit einer Stierattrappe auf Rädern und wird später mit einem dressierten Ochsen oder mit Kühen fortgesetzt. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass Pferd und Reiter in gleicher Weise Vertrauen, Mut und auch Kampfbereitschaft auf einem langem Weg erlernen müssen.
Leider ist das Ende für die Pferde oft tödlich.

Der einzigartige, spanische Schritt und der spanische Trab sind wohl die bekanntesten Übung der Disziplin alta escuela. Hier wird das natürliche Imponiergehabe des Hengstes ausgenützt und perfektioniert. Alle anderen Lektionen werden auch bei Prüfungen auf der ganzen Welt angewandt.
Wer ein spanisches Pferd mit diesem hohen Grad der Ausbildung in der Piaffe, Passage, dem fliegende Galoppwechsel und dem fliegendem Wechsel á Temp gesehen hat, wird wohl als Pferdefreund diese Eindrücke nie wieder vergessen. Wer einmal die Hohe Schule der spanischen Dressur erleben möchte, kann sie bei einer Vorführung in der Königlichen Reitschule in Jerez de la Frontera sehen, wobei es über das ganze Jahr in fast allen Regionen Spaniens immer wieder sehr schöne Pferdeveranstaltungen zu sehen gibt.
Conny Rosenberger-Schorer
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