50-jähriges Jubiläum des Osborne-Stiers in Spanien

Seit 50 Jahren steht er aufrecht und majestätisch an Spaniens Strassen und ist längst zu einem bekannten Symbol des Mittelmeer-Landes geworden. Der Osborne-Stier ist Sinnbild für Stärke und Ausdauer, und prangt als grosses Schild an spanischen Autorouten, um den Fahrer mit “Hola” zu begrüssen oder mit “Adios” zu verabschieden. Dabei sollte der Stier ursprünglich etwas völlig anderes propagieren. Er war das Wappentier des Brandy-Herstellers “Osborne”, einer Firma, die der englische Kaufmann Thomas Osborne Ende des 18. Jahrhunderts im spanischen Cádiz gründet hatte.

1956 beauftragte sein Nachfahre Ignacio Osborne Vázquez die Werbeagentur Azor damit, eine Werbetafel für die Firma zu entwerfen. Das Schild sollte gross genug sein, um es entlang der Strassen in Spanien aufstellen zu können. Das Ergebnis: ein Stier.

1957 wurde der erste Stier an Spaniens Autobahnen montiert: aus Holz, sieben Meter hoch und mit einer Oberfläche von 40 Quadratmetern.  Als 1962 das Franco-Regime forderte, dass Reklametafeln in einem Abstand von mindestens 125 Metern zur Strasse stehen sollten, lies man die Stiere im Gegenzug auf eine Höhe von 14 Metern anwachsen. Auch das Holz musste weichen, stattdessen wird der populäre Stierkörper heute aus wetterbeständigem Metall geformt.

1972 wählte das Time Magazine aus New York die Tafeln zum Sinnbild Spaniens. Andalusien nahm die Tafeln in die Liste seines kulturellen Erbes auf. Und schliesslich lenkte auch die Regierung ein, die dem Symbol zunächst zu Leibe rücken wollte, und erkannte an, dass der Stier zu einem “wesensmässigen Teil der spanischen Landschaft” geworden sei.

90 Stiere sind inzwischen über Spanien verteilt und viele Autofahrer kommen täglich an dem bekannten Symbol vorbei, dass heute Sinnbild der Demokratie ist. Und wer sich Fensterscheiben spanischer Fahrzeuge genauer anschaut, wird sicherlich auch dort den einen oder anderen Stier entdecken, denn längst gibt es das Tier auch in kleineren Formaten – als Aufkleber für Autos.


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