Die Malerei in der spanischen Renaissance

Zu Anfang der spanischen Renaissancemalerei machte sich der italienische Einfluss sehr bemerkbar. Die aus Italien kommenden heidnischen Themen verwandelten sich in religiöse Themen, die mehr dem spanischen Geschmack entsprachen.

Pedro Berruguete und Juan de Borgoa

Die Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance bringt Pedro Berruguete und Juan de Borgoa hervor, die beide in Avila und Toledo tätig waren. Zu den Werken von Berruguete gehören das Hauptretabel der Santo Tom Kirche in Avila und das Antependium des Retabels in Paredes de Nava in Pasencia.
Juan de Borgoa steht mehr unter dem Einfluss der italienischen Künstler des 15. Jahrhunderts. Ihm ist die Dekoration des Kapitelsaals der Kathedrale von Toledo zu verdanken. Beide haben am Hauptretabel der Kathedrale von Avila mitgewirkt.

Renaissance an der Ostküste

An der spanischen Ostküste ist die Renaissancemalerei aufgrund der engen Kontakte zwischen dem Königshaus von Aragonien und Italien schon früh anzutreffen. Dabei sind die Osonas, Vater und Sohn, besonders hervorzuheben. Ihr Meisterwerk ist der Leidensweg Christi der San Nicolas Kirche in Valencia. 
Die Renaissance an der Ostküste erreicht ihren Höhepunkt mit Hernando Yaez de Almedina und Hernando de Llanos, die beide sehr von Leonardo da Vinci beeinflusst sind und am Retabel der Kathedrale von Valencia zusammenarbeiten.
Auch Raffaels Einfluss auf Juan de Juanes liegt klar auf der Hand. Seine Gemälde "Christi-Abendmahl und der Erlöser" waren in vielfältiger Ausführung ein grosser Erfolg. Andalusiens hervorragendster Künstler der Zeit heisst Alejo Fernandez, der ebenso monumentale wie melancholische Figuren meisselt und Autor der Jungfrau der Seefahrer, La Virgen de los Navegantes, des Archivo de Indias ist.

Renaissance in Sevilla

Danach arbeiteten in Sevilla Luis de Vargas, Autor der Figur Christi in der Kathedrale von Sevilla und unter Einfluss der Italiener Pedro de Campaa mit Werken vormanieristischer Zusammensetzung und Färbung, darunter die Kreuzabnahme in der Kathedrale, sowie Pablo de Cespedes, Autor des Abendmahls in der Kathedrale von Córdoba.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist Luis de Morales her vorzuheben, ein Maler sanfter Kontouren und makelloser Technik, der lombardische, römische und flämische Einflüsse bei einem für ihn sehr typischen Stil verband, der ihm den Beinamen El Divino, der Göttliche, einbrachte.

Die Hofmaler

Eine wichtige Gruppe bildeten die Hofmaler, die grössernteils in El Escorial arbeiteten. Dazu gehörten viele Italiener wie Luca Cambiaso, Federico Zuccaro, Pelegrino Tibaldi, Bartolome‘ Carducci und Romulo Cincinato, deren Gemälde, Gewölbe und Wände des Klosters schmücken.
An ihrer Seite wirkte Juan Fernandes Navarrete El Mudo, der Stumme, der tief von Tizian beeinflusst war.

Domenico Theotokópulos

Der beste Maler des 16. Jahrhunderts war Domenico Theotokópulos, El Greco, ein schwer einzuordnender, genialer Künstler. Rein zeitlich wäre er der Renaissance zuzuordnen. Doch sein Stil, seine Farben und vergeistigten, in die Länge gezogenen Formen gehört er zum Manierismus.
Viele Verfasser von künstlerischen Abhandlungen führen ihn deshalb nicht als Maler der Renaissance. In seinem Stil entdeckt man eine klare Entwicklung, die schon bei den ersten Gemälden beginnt- sehr italienisch und sehr auf die Zeichnung bedacht – und bis zu seinen letzten Werken andauert. Seine werke sind voller Farbenpracht und Lichteffekte. 
Er zieht seine Figuren in die Länge, spielt mit perspektivischen Verkürzungen und versteht es, in seinen Porträts die seelische Tiefe seiner Modelle wiederzugeben, wobei er wie kein anderer den ritterlichen und religiösen Geist des Spaniers im 16. Jahrhundert widerspiegelt.
Seine Meisterwerke sind El Expolio (Die Entkleidung Christi) in der Kathedrale von Toledo, El Entierro del Conde de Orgaz (Das Begräbnis des Grafen von 0.) in der Santo Tome‘ Kirche derselben Stadt, El Martirio de San Mauricio (Das Martyrium des Hl. M.) in El Escorial und El Caballero de la mano en el Pecho (Der Ritter mit der Hand auf der Brust) im Prado Museum.


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