Gustavo, weltberühmter spanischer Künstler, der lange Zeit in Berlin lebte

Der weltberühmte Künstler Gustavo hat schon einiges erlebt. Die Welt kennt ihn nur unter seinem Vornamen. Mit vollem Namen heißt er Gustav Penalver Vico. Der Künstler lebt und arbeitet auf seinem Landsitz bei Capdepera (Mallorca). Vorher hat er 19 Jahre lang in Berlin gelebt und sich in der dortigen Kunstszene einen Namen gemacht.

Gustavo malt scheinbar verspielte Märchenbilder. Scheinbar deshalb, weil alle seine Bilder einen zart politischen Unterton haben. So ist das Grün in seinen Bildern das Grün der Uniformen der Guardia Civil, das Blau die Farbe der faschistischen Falange-Partei des ehemaligen Diktators Franco, unter dem Gustavos Vater hingerichtet wurde.

Doch Gustavo verschönert auch hässliche Plattenbauten, wie zum Beispiel in Berlin- Lichtenberg, oder wie das Hotel Holiday Inn in Berlin-Prenzlauer Berg, dass deshalb bei den Taxifahrern nur noch Hotel Gustavo heißt.
Außerdem hat er eine bunte Werbekampagne für den damaligen Ministerpräsidenten von Nordrheinwestfalen, Johannes Rau, gestaltet.

Gustavo malt immer in Öl, hat aber keine Palette, sondern verwendet weiße Papierblätter. In seinem Atelier steht ein riesiger Tisch, auf dem rund 60 Farben ausgebreitet sind. Neben seine Leinwände klebt der 64- jährige bunte Schnipsel, um während des Malens zu überprüfen, ob die Farben noch stimmen. Diese Methode wurde schon von großen Meistern wie Léger oder Matisse angewandt.
Bei sehr großen Bildern steht Gustavo auf jenem Schemel, der einmal Joan Miró gehörte. Als Junge erledigte er für den Künstler Botengänge und als dieser erfuhr, dass Gustavo ebenfalls Maler werden wollte, schenkte er ihm kurzerhand dieses kleine Möbelstück.

Das Gustavo überhaupt solch großartige Bilder malen kann, ist fast ein Wunder. Denn ihm fehlen von Geburt an acht Finger. Er hat nur die beiden Daumen. Trotzdem entstehen unter seinen Händen märchenhafte Bilder.

Sein Atelier auf seinem Landsitz ist riesig. Es gleicht einem Flugzeughangar. Und was sehr bemerkenswert ist, es ist strahlend hell mit gekacheltem Boden und es ist fast schon pedantisch ordentlich. Das liege daran, dass er leidenschaftlicher Joghurtesser sei, denn alle Joghurtesser hassen Unordnung, sagt er.

Von seinem Schaffen zeugen dutzende fertige und halbfertige Bilder, Grafiken und Kohleskizzen liegen herum.
Gustavo hat in 40 Jahren rund 3300 Ölgemälde gemalt. Hinzu kommen Wandteppiche, Skulpturen, Objekte, Porzellan und Grafiken.

Seine Werke wurden beeinflusst von Joan Miró, aber vor allem durch die Musik von Jimmi Hendrix, Jacques Brel und Udo Lindenberg.

Die Preise für seine Werke liegen für Grafiken bei 250 Euro, für kleine Ölgemälde (15×20 cm) bei rund 2000 Euro, für große Ölgemälde (240×180 cm) bei 80 000 Euro. Ein Schnäppchen kann machen, wer sich seine alljährliche Weihnachtsmappe mit drei Siebdrucken leistet. Sie wird nur 150 mal hergestellt und kostet 200 Euro.


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