Inês Pedrosa

Inês Pedrosa wurde am 15. August 1962 in Coimbra geboren, verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Tomar und Algés.
Schon während des Studiums in Lissabon begann sie 1983 ihre berufliche Laufbahn mit einem Volontariat bei der Wochenzeitschrift O Jornal. Sie arbeitete in den Redaktionen verschiedener Zeitschriften wie Jornal de Letras, Artes e Ideias und bei O Expresso, wo sie heute noch tätig ist, und war Gründungsmitglied der Wochenzeitschrift O Indepente. Von 1993-1996 war Inês Pedrosa zudem Chefredakteurin der portugiesischen Ausgabe der Zeitschrift Marie Claire und arbeitete für Radio und Fernsehen.
Für ihre berufliche Tätigkeit wurde Inês Pedrosa unter anderem mit dem Prémio Sampaio Bruno des Journalistenverbandes Porto für kulturelle Berichterstattung ausgezeichnet.

Inês Pedrosas Liebe zur Schriftstellerei begann mit Übersetzungen von Autoren wie Yukio Mishima, Henry James, Jack London, Guy de Maupassant und Philippe Delerm. 1991 publizierte sie ihr erstes Buch Mais ninguem Tem, ein Kinderbuch. Im Jahr danach folgte der erste Roman A Instrução dos Amantes, in dem sie über die rationale Erfahrung und die Entdeckung des Gefühlslebens einer Gruppe Jugendlicher schreibt. Es folgten Reportagen und Kurzgeschichten, Biographien und eine Anthologie portugiesischer Liebesgedichte (Poemas de Amor, 2001).

1997 erschien ihr Roman In deinen Händen, der 1998 den Prémio Máxima de Literatura erhielt. Das Buch erzählt die Geschichte von Jenny, die zwischen den beiden Weltkriegen großgeworden ist und in ihrem Tagebuch die Geschichte ihrer ungewöhnlichen Ehe festhält.
Jenny liebte ihren Mann António hingebungsvoll und er erwiderte diese Gefühle in jeder Hinsicht – bis auf die körperliche Liebe. Die gehörte seinem Freund Pedro, der in der Hochzeitsnacht gemeinsam mit ihm in die Lissabonner Villa einzog. Und doch war Jenny in dieser ménage à trois glücklich.
Pedros Tochter Camila, von António und Jenny wie ihr eigenes Kind aufgezogen, stellt ein Fotoalbum zusammen und erzählt die Geschichten hinter den Bildern: wie sie gegen die Salazar-Diktatur kämpfte und dann gegen die Verblendung ihrer Mitstreiter, wie sie zur berühmten Fotografin wurde, wie ihre beiden großen Lieben umgekommen sind, wie fremd ihre Tochter ihr geworden ist.
Natália, Camilas portugiesisch-afrikanische Tochter, schreibt lange Briefe an Jenny, die sie jedoch nie abschickt. Sie versucht, sich über ihre Stellung in dieser weißen, sie ablehnenden Welt klarzuwerden; die Großmutter ist ihr näher als ihre Mutter, die sie eher als Rivalin empfindet. Sie hat viel erreicht, ist Architektin geworden, aber um welchen Preis? Erst eine Reise in die Heimat ihres Vaters gibt ihr die Kraft, sich der Gegenwart und der Liebe ihres Lebens zu stellen.
Die Journalistin Inês Pedrosa beweist mit ihrem atmosphärisch dichten Roman ihr ausgeprägtes Gespür für die Themen dieser Zeit: Rassismus, Melancholie und die weibliche Sicht der Dinge. In deinen Händen ist eine Geschichte, bestehend aus drei Portraits, so poetisch wie realistisch. Der epische Charakter des Buches täuscht: Nicht Langeweile, sondern interessante Gefühlswelten bieten sich dem neugierigen Leser.

Der dritte Roman Du fehlst mir von Inês Pedrosa war in Portugal die literarische Sensation des Sommers 2002.
Eine junge Geschichtsdozentin und ein älterer Gasthörer lernen sich in ihrem Seminar an der Lissabonner Universität kennen. Trotz ihrer vollkommen unterschiedlichen Charaktere entsteht zwischen ihnen eine innige Freundschaft. Sie, eine etwas naive Idealistin, sieht in ihm ihren engsten Vertrauten und eine Art Vaterersatz. Er, bereits zweimal verheiratet, durch den Krieg in Angola desillusioniert, im Leben zum Zyniker geworden, sucht einen Ausweg aus seiner Lebenskrise. Wie tief die langjährige Freundschaft geworden ist, wird klar, als die Frau plötzlich stirbt.
Hier beginnt die Geschichte. Zwei Stimmen hören wir, abwechselnd erzählen die Verstorbene und der allein Zurückgelassene von ihrem Leben und ihren Gedanken, beschreiben ihre Annäherung und ihre Mißverständnisse, gestehen ihre Lügen und ihre Ängste. Obwohl sie nicht miteinander reden, kreisen sie umeinander, und zu zweit stellen sie die Fragen nach Gott und Tod, Liebe und Leben neu.

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