Von grünen Golfplätzen und ausgetrockneten Gemüseplantagen…

Seit Monaten gab es kaum Regen, Landschaftszüge trocknen aus, die Ernte der Bauern ist in Gefahr. Spanien erlebt momentan einen der heißesten und trockensten Sommer seit Jahren. Auch die Wasserreserven neigen sich langsam dem Ende. Die Staubecken der großen Flüsse sind nur noch zu 46,8 Prozent gefüllt.
Besonders stark betroffen ist die Comunidad Valencia. Die Staubecken im Norden der Provinz Alicante sind nur noch zu 16 Prozent gefüllt, im Süden sind ganze Flüsse kurz vor dem Austrocknen, wie zum Beispiel der Segura. Die Stauseen erreichen einen dementsprechend niedrigen Füllstand, nämlich nur 13,9 Prozent.
Auch die Landwirtschaft bleibt von der Dürre nicht unberührt. Aus Verzweiflung hat die Landwirtvereinigung von Alicante beschlossen, einen Großteil der Felder brach zu legen, um mit dem verbleibenden Wasser wenigstens einen Teil der Ernte retten zu können. Eine Katastrophe für die Bauern – der Gemüseanbau muss auf ein Viertel reduziert werden und 25.000 Hektar Zitrusplantagen drohen zu vertrocknen.
Doch trotz dieser fatalen Situation weigert sich die Comunidad Valencia weiterhin, die von der zentralen Landesregierung aus Madrid geforderten Wassersparmaßnahmen umzusetzen. Denn dem Tourismus soll es trotz extremer Wasserknappheit an nichts fehlen. Swimmingpools werden weiterhin mit Wasser befüllt und Grünanlagen und Golfplätze bewässert. Eine Entscheidung für den Tourismus und gegen die Landwirtschaft. Auch die scharfen Worte von Spaniens Umweltministerin Cristina Narbona, die daran erinnerte, dass auch die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in Gefahr ist, zeigten bis jetzt noch keine Wirkung.
Mit der zunehmenden Wasserknappheit nehmen die Streitigkeiten zwischen der Regionalregierung von Valencia und der Zentralregierung weiter zu. Das PP regierte Valencia wirft der Regierung Spaniens vor, der Comunidad das Wasser weggenommen zu haben, weil geplante Wasserumleitungsprojekte, welche Wasser aus dem Ebro durch die Region leiten sollte, nicht umgesetzt bzw. verkleinert wurden. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die mahnenden Worte der Zentralregierung in Valencia wenig Gehör finden. 
Bleibt nur zu hoffen, dass man bald eine Einigung findet oder dass es Regen gibt.

22.08.2006
Anne Ruitz

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