Baudenkmäler der spanischen Renaissance in Andalusien

    Andalusien gehört zu den wichtigsten Brennpunkten der spanischen Renaissance. Hier gibt es Meisterwerke aller Kunstrichtungen.

    Sevilla – Kathedralen und Sakralbauten

    An der im gotischen Stil begonnenen Kathedrale arbeiteten nacheinander so berühmte Architekten wie Simón de Colonia, Juan Gil de Hontaón und Juan de Badajoz. Sie setzten das Werk des Meisters Isembret fort, der die Kathedrale auf der Stelle der früheren Hauptmoschee entwarf, von der das Minarett – La Giralda – erhalten ist. Sie ist das Symbol von Sevilla.
    Die grösste Kathedrale Spaniens beherbergt berühmte Werke der Renaissance:

    • die bunten Glasfenster von Arnao de Bruselas und Enrique Aleman,

    • den El Nacimiento Altar mit Gemälden von Juan de Vargas,

    • die La Antigua Kapelle mit dem Grabmal des Kardinals Diego Hurtado de Mendoza,

    • den Kapitelsaal und die platereske königliche Kapelle,

    • Terrakottas von Lucca della Robbia,die Prozessionsmonstranz von Juan de Arfe,

    • der Leuchter in der Sakristei,

    • die Gemälde von Alejo Fernändez und Pedro de Campaia und
      platereske Chorschranken.

    Weitere hervorragende Baudenkmäler sind das Rathaus und das Pilatos Haus, ein Musterbeispiel des andalusischen Palasts, in dem sich sich maurische, gotische und platereske Elemente um einen perfekt ausgelegten Innenhof mit einer doppelten Galerie ziehen. Ähnlich ist Las Dueónas Haus, ein herrlicher, für Sevilla typischer Palast. El Archivo de lndias im Herrera-Stil beherbergt das Gemälde La Virgen de los Navegantes von Alejo Fernandez.
    Unter den Sakralbauten sind folgende besonders hervorzuheben: das Santa Isabel Kloster nach einem Entwurf von Andre‘ de Vandelvira und mit einem Portal von Andre’s de Ocampo und die La Madre de Dios Kirche von Hernan Ruiz und Pedro Dmaz de Palacios mit einem Portal von Juan de Oviedo. Dort befinden sich die Grabmale der Witwe und Kinder des Hernan Cort und die La Universidad Kirche, ein wahrhaftes Renaissancemuseum mit Retabel, Grabmalen, Gemälden und Skulpturen.

    Granada und seine Kunstwerke der Renaissance

    Granada besitzt unzählige Kunstwerke der Renaissance, die jedoch auf Grund der Anziehungskraft der Alhambra für viele Besucher in den Hintergrund treten. Das wichtigste Beispiel ist ohne Zweifel die Kathedrale, an der seit 1508 Diego de Siloe‘ arbeitete. Von ihm stammt die Hauptkapelle, eine der prachtvollsten Spaniens. Der Innenraum besteht aus fünf Schiffen, bei denen der Doppelsims der Säulen von besonderem Interesse ist. Er dient dazu, die Höhe der Schiffe zu vergrössern, ohne die Ausgewogenheit der klassischen Säulen zu beeinträchtigen.
    Nachahmungen finden sich überall in der spanischen Architektur bis hinein in das 18. Jahrhundert. Der Innenraum ist reich ausgestattet mit Renaissancerentabel, -gemälden, -silberwerk und -dekoration. Im Museum der Kathedrale findet man Kunstwerke, die von der Gotik bis zum Barock reichen.
    La Capilla Real, die Königliche Kapelle wurde von den Katholischen Monarchen gegründet und von Juan Egas zum Pantheon umgestaltet. Das platereske Portal ist von Juan Garcma de Pradas. Der Innenraum beherbergt Meisterwerke der Renaissance in Granada: die von Fancelli ausgeführten Grabmale der Katholischen Monarchen sowie die der Juana la Loca und des Felipe el Hermoso von BartolomИ Ordóez.
    Das platereske Hauptretabel mit herrlichen Figuren von Bigarny ist eines der ersten in diesem Stil mit korpulenten, energischen and natürlichen Gestalten. Das Antependium des Retabels zeigt Reliefe, auf denen die Eroberung Granadas dargestellt wird. Sie sind von grossem dokumentarischem und bildlichem Wert, weil sie nur wenige Jahre nach dem geschichtlichen Ereignis ausgeführt wurden.
    Das San Jerónimo Kloster wurde von Jacobo Florentino und Diego de Siloe‘ gebaut. Es beherbergt die Grabmale und Statuen in Gebetshaltung des Gran Capitan, Gonzalo Fernandez de Córdoba, und seiner Frau Marma Manrique.
    Siloe‘ schmückte sie bis ein prächtiges Pantheon entstanden war, wie es einem grossen Soldaten gebührt. Besonders bemerkenswert ist vor allem das Chorgestühl von Siloe‘. Mitten in La Alhambra steht das Meisterwerk unverfälschter Renaissance: der Palast des Carlos I., ein Werk Pedro Machucas, mit einem runden, abgeplatteten Innenhof, Bossenfassade sowie Balustraden und Portalen mit interessanten Reliefen von Juan de Orea, Nicolo di Corte und Andre’s de Ocampo. Ein Besuch der Kirchen von Granada ist ein Ausflug zu den auserlesensten Werken der spanischen Renaissance.

    Jaén : die Kathedrale, das Museum und viele Sakralbauten

    Aus der Hauptstadt von Jaén ragt der wuchtige Bau der Kathedrale von Andrós de Vandelvira, der sie auf der Stelle früherer Bauwerke begann. Der Bau wurde von Alonso Barba übernommen und von López de Rojas zu Ende geführt, der die monumentale Hauptfassade errichtete. Die Sakristei, ein Meisterwerk des Vandelvira, ist eine Mischung verschiedener Stile. Die Seitenkapellen besitzen Barock- und Renaissancerentabel, eines davon von Pedro Machuca. Zu den besonders bemerkenswerten Gebäuden gehören El Colegio de Santo Domingo mit einem Portal des Valdelvira, die La Magdalena Kirche mit Skulpturen des Jacobo Florentino und die Kreuzgänge des San Juan de Dmos Hospitals. Das Provinzmuseum mit einem Portal des Vandelvira beherbergt eine wertvolle archäologische Sammlung.

    Jerez de la Frontera: Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten

    Die einstmals Asta Regia genannte Ortschaft wurde 1264 von Alfonso X. zurückerobert. Doch sie besitzt noch immer eine herrschaftliche, aristokratische Atmosphäre, zu der ihre Baudenkmäler beitragen. Darunter ist die grosse Stiftskirche im Renaissance- und Barockstil mit einer grossen Freitreppe. Sie beherbergt eine Bibliothek mit sehr wert vollen Handschriften und Wiegendrucken sowie ein Museum.
    Die Santa MarМa Kartause liegt 4 km ausserhalb von Jerez. Sie gehört zur Gotik und Renaissance und hat ein sehr reich ornamentiertes Plattereckportal von Andre’s de Ribera.
    Das El Espmritu Santo Kloster und El Cabildo Viejo sind Bauwerke im Platereskenstil des gleichen Architekten. Die Stadt hat schöne Paläste und Adelshäuser, besonders die von Riquelme und Ponce de León.

    Almeria: Bauwerke der Renaissance in Almeria

    Die nüchterne, militärisch wirkende Kathedrale erhält Eleganz durch ihre Portale von Juan de Orea, der es verstand, ihnen das Gepräge der Renaissance zu geben und das von Diego de Siloe‘ begonnene Werk weiterzuführen.
    Besonders hervorzuheben sind der Kreuzgang und das platereske Chorgestühl von Juan de Orea.

    Baeza: Bischofs- und Universitätsstadt

    Die Bischofs- und Universitätsstadt ist durch ihre Nähe eng mit Ubeda verbunden, aber auch durch ihre Baudenkmäler und lange Geschichte. Die Kathedrale steht auf der Stelle einer Moschee und wurde von Andre’s de Vandelvira, J. B. Villalpando und Alonso Barba gebaut. Sie hat zahlreiche Plattereckkapellen, Chorschranken und Retabel, die durch die eleganten Schiffe mit Tonnengewölbe besonders hervorgehoben werden. Die ganze Ortschaft ist ein Freiluftmuseum der Renaissance, wo die Fassade des Rathauses mit seiner aus Wappen bestehenden Dekoration auffällt, sowie der platereske Jabalquinto Palast, der Innenhof der Universität und die Gebäude am Los Leones Platz. 


    Ubeda : Hauptstadt der andalusischen Renaissance

    Ubeda ist die Hauptstadt der andalusischen Renaissance, besitzt zahllose Kirchen und eine überraschende Sammlung von Baudenkmälern. Das Glanzstück von Ubeda ist die Heilige El Salvador Kapelle, eines der schönsten Beispiele im Renaissancestil nach einem Entwurf von Diego de Siloe‘. Gebaut wurde sie von Andrés de Vandelvira mit sehr eleganten Plattereckportalen. 
    Zu den bemerkenswertesten Palästen gehören der Dean Ortega Palast, heute Parador, der Las Cadenas Palast, heute das Rathaus und ein Werk des Vandelvira, mit einem Innenhof in unverfälschtem Stil, das Las Torres Haus im Platereskenstil, ebenso wie die Häuser der Morales und Ortega Familien. Dazu kommen das Santiago Hospital von Valdelvira im Stile des El Escorial sowie Klöster und Kirchen, die in ihrer Gesamtheit eine der reichsten Sammlungen von Baudenkmälern in Andalusien darstellen.

    Guadix in den Bergen von Granada

    Diese bischöfliche Ortschaft in den Bergen von Granada hat eine Kathedrale, die 1549 von Diego de Siloe‘ entworfen wurde. Ihr Innenraum gleicht dem einer Basilika. Das Ostende wurde von Siloe‘ gebaut, doch der Rest wurde grösstenteils im 18. Jahrhundert umgebaut. Das Museum der Kathedrale ist sehr interessant.

    Malaga: ehemals arabische Hochburg

    Diese wichtige arabische Stadt wurde 1487 von den katholischen Monarchen erobert. Sie gründeten die Kathedrale auf der Stelle einer ehemaligen Moschee.
    Der Bau ist grösstenteils von Diego de Siloé, doch später wirkten auch Diego de Vergara und Andrxs de Vandelvira an ihm.

    Cordoba: Baudenkmäler, Kathedralen und Museen

    Die Hauptstadt des arabischen Kalifats in Spanien wurde in grauer Vorzeit gegründet, noch vor der Herrschaft der Karthager und Römer. Das Gesamtbild der Baudenkmäler ist herrschaftlich nüchtern mit der unvergleichlichen Moschee als Mittelpunkt. Die Kathedrale, die innerhalb des grossen Tempels der Moslems erbaut wurde, ist plateresk mit überladenen Ornamenten. Das Museum der Kathedrale besitzt viele Silbergegenstände im Renaissancestil, darunter vor allem die grosse Monstranz von Enrique de Arfe.
    Im Stadtbild gibt es bemerkenswerte Gebaude wie das Rathaus im Renaissance- und Barockstil, den plateresken Palast der Paez-Quijano Familie von Hernan Ruiz, heute Museum der Archäologie, und das Santa Isabel Kloster mit Innenhof, Fassade und Grabmalen.

    Weitere Baudenkmäler

    Almeria, Andjar, Antequera, Arcos de la Frontera, Baeza (die San Andre’s Kirche, das San Francisco Kloster, das El Pópulo Haus), Baza, Carmona (die Santa Marma Abtskirche).
    Córdoba (die Paläste der Villalones Familie und des Marquis von Fuensanta).
    Granada (die Kirchen San Andre’s, San Jose‘, San Cecilio, San Ildefonso and Santa MarМa, das Santa Catalina Kloster, die El Chapiz Häuser, das Königliche Hospital).
    Guadix, Jaén (die Kirchen San Andre’s und San Bartolome‘ die Häuser der Vilches Familie, Rincones de los Priores von Fernando Quesada).
    Jerez de la Frontera (die Kirchen San Juan und San Miguel). Lacalahorra, Loja, Lucena, Malaga (der Buenavista Palast).
    Medina-Sidonia (die Santa Marma Kirche), Montoro, Osuna (die Stiftskirche, die Universität).
    Ronda (das Mondragón Haus und der Palast des Marquis von Salvatierra).
    Sevilla (die Klöster Santa Isabel und Santa Paula, das La Sangre Hospital).
    Ubeda (die Kirchen Santa Marma de los Reales Alcazales, San Nicolas, San Pablo, San Lorenzo und Santo Domingo, der La Rambla Palast, die Paläste der Busianos Familie und des Marquis von Mancera).

    Informationen zum Thema Baudenkmäler der spanischen Renaissance

    Arachitektur in Spanien: Von der Antike bis zur Neuzeit

    Kunst und Kultur in Spanien

    Spanien-ABC
    Author: Spanien-ABC

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