Sonne, Meer, Flamenco, Stierkämpfe und die heißesten Fummel: von fetzig bunt bis schlicht und elegant, Spaniens Textilsektor hat auch für den extravagantesten Geschmack etwas auf Lager.

    Schwarz musste sie sein

    Mode in Spanien

    Vor dem EU-Beitritt (1986) hatte der Textilsektor kaum eine besondere Rolle im wirtschaftlichen Bereich der iberischen Halbinsel eingenommen. Die katholische Kirche, die besonders im 19. Jahrhundert die spanische Gesellschaft und Regierung mit ihrer religiösen Weltanschauung beeinflusste, sprach sich lange Zeit für einen einheitlich schlichten Kleidungsstil aus.

    Die ernst und feierliche, überwiegend in schwarz gehaltene Kleidung sollte eine Mahnung vor den neuen, ketzerischen Ideen symbolisieren.

    Individualität im Kleidungsstil war nicht länger gefragt. Die Mode wurde zu einem Zeichen für die Bedeutung und Zugehörigkeit des Katholizismus. Das majestätische Schwarz wurde vornehmlich von der spanischen Oberschicht getragen, es prägte das höfische Erscheinungsbild, wodurch die Gegensätze zwischen den Trachten des Adels und des einfachen Volkes immer offensichtlicher wurden.

    Spaniens Textilboom – Zara und Mango

    Mode in Spanien

    Nach Francos Tod verlor die Katholische Kirche zunehmend an Macht und der spanische Textilsektor brachte wieder mehr Farbe und Abwechslung in Spaniens Mode. Mit dem spanischen EU-Beitritt standen ihm endgültig alle Grenzen offen und er setzte sich schnell in Szene. Derzeit nimmt der spanische Textilsektor den zehnten Platz auf gesamteuropäischer Ebene ein.

    Zara und Mango sind mittlerweile so bekannt wie H&M und Vero Moda. Die beiden Bekleidungsketten zählen mit Cortefiel, C & A Modas und Prenatal heute zu den größten in Spanien. Armancio Ortega brachte die neue Designfreiheit innerhalb kurzer Zeit Milliardengewinne ein.

    1975 eröffnete er in La Coruña erstmals einen Kleiderladen namens Zara. Heute ist er der reichste Mann Spaniens und besitzt anstatt einem, 2700 Modegeschäfte in 62 Ländern.

    Die Zeitung El Mundo erklärte seinen Aufstieg: Ortega hat es fertiggebracht, dass die einfache Frau von der Straße sich ihre Kleider in demselben Zara-Laden kauft wie die Tochter des spanischen Königs. Er ist der Erfinder der demokratischen Mode.

    Spaniens Top – Designer

    Aber nicht nur Ortega machte sein Design in aller Munde bekannt. Modeschöpfer wie die Brüder Custodio und David Dalmau, die sich mit ihrem erfolgreichen Label Custo-Barcelona vor allem in den Vereinigten Staaten einen Namen machten, Josep Font, der mit seinem blumigen, femininen, verführerischen Stil besonders die Franzosen verzauberte, Amaya Arzuaga, Antonio Miro, Adolfo Dominguez oder die Sevillaner Victoria & Lucchino sorgten ebenfalls für die internationale Ausrichtung der neuen Modegeneration. In all ihren Kollektionen schlägt sich meist ihre Herkunft nieder: Wer es feurig heiß liebt, der ist bei Victorio & Lucchino an der richtigen Adresse: Rüschen, scharfe Schnitte, Zigeunerstil, Andalusien ist Herz und Seele unserer Kollektion, die Designer sagen es selbst. Antonio Miros Stil ist dahingegen anderer Natur: Cool und urban, das sind seine Markenzeichen, die ihn zu einem der erfolgreichsten Top-Designer machten.

    Madrid als Modemetropole

    Die beiden Modemessen,Pasarela Cibeles‚ aus Madrid und Pasarela Gaudi‚ aus Barcelona, kämpfen schon seit zwanzig Jahren um den ersten Platz. Die stetig scheiternden Versuche, die beiden Messen zusammenzulegen, führten zu dem Ergebnis, dass der Wettstreit zwischen den beiden Modemetropolen zugunsten Madrids entschieden wurde.

    Die Regierung ist nicht länger gewillt, die traditionelle Modenschau Gaudi aus Barcelona zu finanzieren. Sie möchte ihre Gelder jetzt vornehmlich in bekannte katalanische Modetalente investieren und diesen Auftritte in Paris, Mailand und New York ermöglichen.

    Der internationale Aspekt spielt für die Regierung dabei eine wichtige Rolle. Die katalanische Mode soll vor allem im Ausland stärkere Präsenz haben.

    Der Trend ist unverkennbar: Spanien ist den beiden Modekönigen Frankreich und Italien dicht auf den Fersen. Dank kontinuierlich hohem Niveau bei Design und Qualität sowie der stetig zunehmenden internationalen Vermarktung macht sich Spanien zunehmend einen Namen als Modeland.

    Anschriften verschiedener Modeschöpfer

    JOSEP FONT:
    Carrer de Provenca 304
    08008 Barcelona
    Tel. +34/ 9 34 87 21 10
    Öffnungszeiten:
    Mo. bis Sa. 10-20.30 Uhr
    www.josepfont.com

    VICTORIO & LUCCHINO:
    Estudio Sevilla
    Casa Natal de Velazquez
    C/ Padre Luis M. Llop, 4
    41004 Sevilla
    Tel. +34/ 9 54 22 28 00
    www.victorioylucchino.com

    AMAYA ARZUAGA:
    Lagasca 50
    28001 Madrid
    Tel. +34/ 9 14 26 28 15
    www.amayaarzuaga.com

    CUSTO BARCELONA:
    Claudio Coello 91
    28006 Madrid
    Tel. +34/ 9 15 75 14 14
    www.custo-barcelona.com

    ADOLFO DOMÍNGUEZ:
    Polígono Industrial San Ciprián de Viñas Calle 4 Parcela 8
    32901 Ourense
    Tel. +34/ 9 88 39 87 05
    www.adolfo-dominguez.com

    ANTONIO MIRÓ:
    Lagasca 65
    28001 Madrid
    Tel. +34/ 9 14 26 02 25

    Spanien-ABC
    Author: Spanien-ABC

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