Francisco Gómez de Quevedo y Villegas
Er begleitete 1613 als Vertrauter den Herzog von Osuna, als dieser zum Vizekönig von Neapel ernannt wurde, nach Italien, wo Quevedo an zum Teil gefahrvollen diplomatischen Missionen in Oberitalien teilhatte und 1618 zum Ritter des Santiago-Orden ernannt wurde. Nach dem Sturz seines Gönners auf sein Familiengut La Torre Juan Abad verbannt, wurde Quevedo erst mit der Thronbesteigung Philipp IV. wieder an den Hof berufen, wo er durch die Protektion des Herzogs von Olivares 1632 zum Sekretär des Königs aufstieg und 1634 eine unglückliche Ehe mit Doña Esperanza de Aragon einging.
Wohl wegen Zusammenarbeit mit Frankreich und des gegen Philipp gerichteten Pamphlets Católica, sacra real Majestad verbüßte er im Kloster St. Markos in León eine mehrjährige Kerkerstrafe (1639-43). Erst nach dem Sturz des Olivares (1643) befreit, kehrte er als kranker Mann auf sein Familiengut zurück.
Quevedo gilt als eine vielseitige Persönlichkeit von umfassender Bildung und als einer der größten Schriftsteller Spaniens überhaupt. Als Satiriker wandte er sich durch seine Einblicke in Intrigen und Korruption gegen die Dekadenz des Hoflebens und die Laster der spanischen Gesellschaft.
Er verfasste neben zahlreichen Gedichten und von Seneca beeinflussten philosophischen Dichtungen eine Reihe politisch-philosophischer, asketischer und moralkritischer Prosaschriften, übersetzte und kommentierte aber auch Werke Dantes, Petrarcas und anderen. Als sein reifstes Werk gelten seine sechs satirisch-moralischen Phantasien Sueños in barocker Sprache und sein Schelmenroman Buscón, in denen er in stilistischer Vollendung die Menschen und Sitten seiner Zeit karikierte.
Theologisch relevant ist insbesondere seine Verbindung der Moralphilosophie Senecas mit christlicher Asketik und seine christliche Herrschaftslehre mit ihrem Versuch, die Exegese des NT für die Politik nutzbar zu machen. Als Hauptvertreter des spanischen. Konzeptismus blieb Quevedos Werk bis ins späte 18. Jahrhundert stilbildend.
Memento
Burg meiner Heimat, einst so fest gemauert,
Und jetzt vom Lauf der Jahre schon geschwächt,
Erscheinst du mir ein Bauwerk, das nicht recht
Dem Sturm der Zeiten widersteht und dauert.
Auf Flur und Feldern saugt der Sonnenstrahl
Das Wasser weg, das er vom Schnee gewonnen.
Die Herden ziehen klagend ab ins Tal,
Weil sie der Berg verhindert sich zu sonnen.
In meinem Haus die Wände voller Flecken,
Zerfallenes Gerümpel rings im Innern,
Und altersschwach und rostig meine Klinge,
Mein Stock nur noch ein wackeliger Stecken. –
Wohin ich schau, ist alles ein Erinnern
An unsern Tod im Untergang der Dinge.
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